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Eschenrode Nr.4 - Anton- hat neue Eltern

Doch komplizierter - alles zum nachlesen

Harburg_Stoerche_31052019.pdf (13,9 KiB)

Ein Adoptivgeschwister für Anton

Die beiden Adoptivgeschwister am Abend des 31.05.2019 in Stöckte
Zwei Adoptivstörche im Horst in Stöckte

...und jetzt wird es kompliziert.

Einer der Brutstörche im niedersächsischen Horst - Kreis Harburg (Ortsteil Over) kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Der Weißstorchbetreuer vom Landkreis Harburg schaute sofort nach den Jungen, es waren drei Stück im Horst. Eines kann das "verwitwete" Tier allein aufziehen, aber nicht zwei oder gar drei. Es wurden mehrere Horste angefahren, um die optimale Konstellation zu finden. Sie wurde gefunden. 

Die Idee war die, zwei von den Dreien in Marschacht einzusetzen, weil es dort nur ein Jungtier gab. Es stellte sich aber heraus, dass der Größenunterschied zwischen den beiden Halbwaisen und dem Einzelkind zu groß war. 

Jetzt ziehen die Marschachter Altstörche die Horst-Overer Storchenkinder groß und deren leibliches Kind ist nach Stöckte gezogen.  Eine optimale Lösung für alle. Glücklicherweise können Störche weder ihren Nachwuchs riechen noch zählen  und die jungen keine Bindung an ihre Eltern entwickeln.

So kommt es nun, dass es in Stöckte ein fast gleichaltriges, zumindest  gleichgroßes Storchenkind wie Anton gibt. 

Anton ist umgezogen

Anton wird in den Horst eingesetzt am 29.05.2019

 Das ist die beste Möglichkeit, einen Jungstorch, der nicht bei seinen eigenen Eltern aufwachsen kann, artgerechte Bedingungen für einen optimalen Start ins Leben zu geben. 
Mit den sogenannten Einhorstungen in  Storchenhorste der Umgebung mit weniger Jungen haben wir gute Erfahrungen gemacht und erhalten auch immer wieder einmal Ablesungen solcher Störche, auch nach Jahren noch.

In diesem Fall lag der neue Adoptivelternhorst jedoch in einiger Entfernung.

Warum haben wir das 4. der Eschenroder Küken ausgewählt? 

Die ersten beiden Storchenkinder werden ja von Mina und Nobby  aufgezogen. Nummer 3 hat inzwischen auch schon beachtlich zugelegt. Um dem Storchenpaar in Stöckte aber vorzumachen, ihr Kind sei gerade erst geschlüpft, sollte es doch möglichst jung sein, und genau das ist beim 4.Storchenkind der Fall.  

Wir teilen gern mit unseren Lesern hier den Bericht, den die ehrenamtlichen Betreuer der Störche im Landkreis Harburg/Niedersachsen erstellt haben. Sie beschreiben, was am 29.Mai 2019 in Stöckte auf dem Hof von Tierarzt Dr.Beecken geschehen ist. Von uns war keiner dabei und Anton verließ uns ja bereits gegen Mittag. 

Durch die Webcam konnte man beobachten, wie sich die Störche erst rührend um das Gelege kümmern und später dann überrascht sind, als sie vom Nestboden her angeklappert wurden. Vielleicht hat es auch am Bauch gekrabbelt. 
Wir haben ein kleines Video aus Mitschnitten, Screenshots und den Fotos von Störche Harburg zusammengestellt und auf unseren Youtube-Kanal hochgeladen. 

 

Stöckter Störche adoptieren Waisen-Küken „Anton

Anton wird in den Horst eingesetzt

"Stöckter Störche adoptieren Waisen-Küken „Anton“ 

Das Storchenleben von Küken „Anton“ hätte nicht schwieriger starten können. Bereits im Ei verlor Anton einen Elternteil durch einen Stromschlag an einer Hochspannungsleitung. Da ein Altstorch die Aufzucht der Jungen nicht allein schaffen kann, wurden die Eier des Geleges aus dem Nest gerettet und in die Vogelschutzwarte Loburg e.V. ( https://www.storchenhof-loburg.de ) gebracht.

Hier kamen die Eier unter eine brütende Pute, woraus dann einige Tage später die Jungstörche schlüpften.

In Loburg bekam Storchen-Waise Anton auch seinen Namen.

Ein anderes Drama spielte sich inzwischen im Storchennest bei Tierarzt Beecken in Stöckte ab. Die Störchin legte Ende März bis Anfang April insgesamt 5 Eier ins Nest, die Brutzeit verlief ohne große Zwischenfälle und so hätten die Jungstörche etwa Ende April schlüpfen müssen, aber es passierte nichts. Man stellte sich die Frage; Was war passiert, waren die Eier unbefruchtet?

Nach einigen Tagen und später Wochen war klar, dass die Saison kein glückliches Ende für die Beecken-Störche nehmen würde.

War all die Mühe der beiden Altstörche für Nachwuchs zu sorgen umsonst?

Da Störche durchaus fremde Küken annehmen und dies eine Möglichkeit der erfolgreichen Auswilderung ist, war dies die Gelegenheit, die beiden Schicksale zusammen zuführen.

In Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Storchenbetreuung des LK Harburg nahm Familie Beecken Kontakt mit Familie Kaatz vom Storchenhof Loburg auf.

Christoph und Michael Kaatz, beides Ornithologen und seit Jahrzehnten im Storchenschutz aktiv, haben in dieser Zeit reichlich Erfahrung mit der „Vermittlung von Waisen-Küken an neue Adoptiv-Storcheneltern“ gesammelt. Ziel ist es immer die Jungstörche erfolgreich auszuwildern und eine Handaufzucht zu vermeiden auch wenn bei der „Adoption“ ein geringes Risiko besteht, dass es nicht klappt.

Eine Woche ist der kleine Anton inzwischen alt und nun sollte sich auch für Ihn das Schicksal zum Guten wenden.

Knapp 300km musste er jedoch noch zusammen mit Frau und Herrn Beecken von Loburg in Sachsen-Anhalt bis nach Stöckte ins nördliche Niedersachsen reisen.

Kaum in Winsen / Stöckte angekommen, wurde er auch schon mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Winsen Luhe und ihrer Drehleiter im Rahmen der Tierrettung ins Nest der Beecken-Störche gesetzt. Hierfür wurden 2 der noch 4 vorhandenen, tauben Eier aus dem Nest genommen und Anton mit samt seiner eigenen Ei-Schale ins weiche Storchennest gesetzt.

Kaum hatte sich die Feuerwehr und Tierarzt Peter Beecken vom Horst der Störche zurückgezogen, kam bereits der männliche Altstorch zum Nest zurück und nahm den kleinen Anton nach einer kurzen Begrüßung unter seine Schwingen. 

Wie sich der kleine Anton weiter entwickelt und aufwächst, kann man über die Nestkamera unter https://www.Tierarzt-Beecken.de beobachten. Informationen zum Nest finden Sie auf der Webseite der Storchenbetreung https://www.Stoerche-LKHarburg.de und im Infokasten am Storchennest.

Für Spenden und Informationen zum Storchenhof und Vogelschutzwarte Loburg e.V. besuchen Sie bitte die Webseite https://www.storchenhof-loburg.de

Informationen zur FF Winsen Luhe finden Sie unter: http://www.ff-wl.de"

Fotos: Störche LK Harburg

ungewöhnlicher Einsatz der FF Winsen/Luhe Auch für einen Tierarzt kein gewöhnlicher Einsatz Nach über 6 Wochen schlüpft hier kein Küken mehr Dr.Beecken setzt Anton in den Horst ein Anton gerade angekommen im Nest Ohne Schutz geht Anton erst einmal in Deckung Nach Abfahrt des Korbes fliegt der Storch den Horst gleich wieder an Die Kameraden der FF Winsen/Luhe, die die Aktion ermöglicht haben - Danke!

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