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Schnuckelchen - eine besondere Störchin

Eine Störchin wird "volljährig"

Update 19.02.2018

 

Uns erreichte folgende Nachricht aus Mecklenburg-Vorpommern.
 
Liebe Storchenfreunde,
 
am Freitag, 16.2., ist die Störchin DER A277 an ihrem langjährigen
Brutplatz in Langenhanshagen - noch ohne Partner - eingetroffen. Das ist
für sie die früheste Rückkehr an das Brutnest überhaupt. Die letzte
Information über ihren Aufenthalt stammte aus dem Herbst 2017
(Thüringen). Inzwischen im 19. Lebensjahr, steht sie mittlerweise auf
Platz 2 in der Alters-Rangfolge aller beringten Wildstörche in Meckl.-Vorp.
 
Viele Grüße
Stefan Kroll

 

Über die Störchin A277, Schnuckel genannt

14.04.2017
A 277 Quelle: Ostseestorch- St.Kroll

Vor beinahe 18 Jahren schlüpfte eine kleine Störchin, die es inzwischen zu einem gewissen Ruhm gebracht hat.

Im Jahr 2000 schlüpfte ein kleiner Storch im Pfälzischen aus dem Ei. Seine frei fliegenden Eltern standen in einem Vogelpark unter Beobachtung, und so wurde bei der Beringung der 5 Jungstörche festgestellt, dass ein Küken unterentwickelt war. "Schnuckel", wie ihn seine Ziehmutter nannte, wurde also extra aufgepäppelt und erhielt am 27.6.2000 einen Alu-Laschenring mit der Nr. A 277 der Vogelwarte Radolfzell. Als er flügge war, ließ man ihn frei.

Bis zum Winter 2002/2003 blieb der junge Storch im Vogelpark, um dann Anfang April 2003 zu einer Rundreise zu starten.

Am 4. April 2003 spazierte er durch das hessische Fulda.  Anschließend flog er nach Wittenberge/Brandenburg, wo der Rumtreiber am 12. April eingefangen wurde. Ende April in Rühstädt wieder frei gelassen, traf er im Juli 2003 wieder im Vogelpark Bobenheim-Roxheim ein.

Im darauf folgenden Jahr 2004 wurde der Storch in Schlemmin (Landkreis Nordvorpommern) erstmals als Brutstörchin nachgewiesen. A 277 war also eine Störchin. Zusammen mit ihrem Partner gelang ihr die erfolgreiche Aufzucht zweier Jungstörche.

Im November des Jahres 2004 wurde ein Storch, der den Ring am rechten Ständer oberhalb des Intertarsalgelenkes trägt, in einer kleinen Gemeinde in der Nähe der Stadt Bernburg (Sachsen-Anhalt) gesehen. Er fiel durch sein zutrauliches Verhalten auf, greifen ließ er sich aber nicht. Da er immer wieder in der Gegend beobachtet wurde, erfuhr Naturschutzhelfer Uwe Henkel aus Bernburg davon, und ihm gelang es, die Ring.-Nr. abzulesen. Es war A 277, die Störchin "Schnuckel".

Schließlich gelang es doch, Schnuckel einzufangen. Sie wurde zum Storchenhof Loburg gebracht und verbrachte den Winter sicher im Gehege. Am 1. April 2005 wurde sie von der damaligen Leitung des Storchenhofes mit anderen Störchen ausgewildert.

Als sie 2005 in Schlemmin zunächst ohne Partner blieb, versuchte sie ihr Glück erstmals in Langenhanshagen. Erfolgreich zog A 277 mit ihrem Partner 2 Junge groß. Dieser Bruterfolg setzte sich über die folgenden Jahre fort.

Am 30.12.05 tauchte Schnuckel wieder in der Bernburger Gegend auf - und den Winter verbrachte die reiselustige Dame nun erst einmal wieder auf dem Storchenhof! Schnuckel ging es gut, sehr "verträglich" war sie allerdings nicht! Sie arrangierte sich jedoch mit Zausel, einem Jungstorch, mit dem sie in einer Voliere untergebracht war.

Nach erfolgreicher Aufzucht von 3 Jungtieren zog sie wieder umher. Zwischen dem 12. und 29. September 2006 wurde der Storch in Achim, Börßum, Werlaburgdorf und Schladen  gesehen.

In den Folgejahren wiederholte sich das Szenarium: Jungenaufzucht in Langenhanshagen und „Herbst-/Winterzug“ in Deutschland.

Ab 2013 schaffte es Schnuckelchen, wie die Störchin seit ihrem Aufenthalt in Loburg auch genannt wurde, immer wieder in die Presse mit ihren Ausflügen in und um Görsbach, Perleberg, Greifswald, Anklam, Nordhausen und eben immer wieder Görsbach, wo sie als Jette geführt wird.

Galerie vorhandener Fotos von Schnuckel

Schnuckel in Loburg / Foto: Erika Herbst test

Als besondere Störchin mit besonderem Lebenslauf sind wir dankbar für alle Rück- und Ringmeldungen, die wir über A 277 erhalten haben und hoffentlich auch weiter erhalten werden. Auch Fotos mit Angabe zu Ort und Zeit werden gern entgegengenommen.

Außer an die Beringungszentrale können Ablesedaten auch gern an uns,  den Storchenhof Loburg geschickt werden, damit wir die Karte mit ihren Zugdaten und ihren Lebenslauf weiter ergänzen können. (sozusagen über den kurzen Dienstweg für dieses kleine Projekt an sich)

Interaktive Karte der Stationen

Die Google-Karte gibt alle Punkte wieder, die uns durch Berichte, Ablesungen und Meldungen bekannt sind. Beim Klick auf einen der Punkte werden die genauen Daten ersichtlich und das Zitat aus ihrem Lebenslauf.

Dank an :

PS: Die Daten und Fotos wurden mit freundlicher Genehmigung aus Ringfundmeldungen, Augenzeugenberichten und Pressemeldungen entnommen und aufbereitet.


Erika Herbst, http://www.storchenhof-loburg.de/

Stefan Kroll,  http://www.stoerche-doberan.de

Daniel Sütterlin, https://laakestorch.jimdo.com/

Andreas Rzehak, http://www.storchenresidenz.de/

Ralf Isensee, http://www.storchinhedeper.de/index.html

Georg Fiedler, 

und an alle Ringableser, die die Daten an die Beringungszentrale gemeldet haben. 

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