Satellitentelemetrie Jonas

Die Reise von Jonas 2017/2018

Ein Rückblick

Herbstzug
Zugweg schematisch vereinfacht
Zugweg schematisch vereinfacht

Am 25. August 2017 um 05 Uhr war Jonas zuletzt auf seinem Horst in Loburg.

Danach segelte er noch einmal zur Burg um sich danach  dann auf den anliegenden Wiesen und Feldern bis gegen 08 Uhr zu stärken. Anschließend begann Jonas seinen Herbstzug in Richtung Spanien.

Nach 189 km rastete er bei Bad Lobenstein, einer Kleinstadt im Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Auf der Google- Earth-Karte ist seine Schlafplatz eindeutig zu erkennen, es ist ein Flutlichtmast des VfR Bad Lobenstein.

Von dort aus segelte Jonas zügig nach Südwesten bis Ebelsbach im unterfränkischen Landkreis Haßberge. Hier änderte er am 27.8. seine Richtung und flog nach Westen in Richtung Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt. Dort bog er wieder südlicher ab und nahm den Luftweg  östlich vorbei an Würzburg, Heilbronn bis nach Horb am Neckar. Dem Neckartal folgte Jonas bis Oberndorf. Hier verließ er das Tal und zog südlich in Richtung Waldshut. Südlich davon überquerte er den Rhein und erreichte in die Schweiz. Entlang der schweizerischen Grenze ging es dann über Basel nach Frankreich und weiter westlich nach Besançon. Nun flog Jonas wieder südlicher und rastete am 29. August bei Courlaoux im Jura.

Am 30. August ließ es Jonas gemächlich angehen und pausierte bereits nach 60 km bei Bourg-en-Bresse im Osten Frankreichs. 
Gegen 15 Uhr am 1. September gelangte Jonas bei Montpellier an die Mittelmeerküste. Kurz darauf suchte er sich bei Mireva einen Schlafplatz.
Wieder wanderte Jonas am 2.9. nur knapp 50 km und übernachtete an einem Küstensee in der Gemeinde Vendres.

Gut erholt brach Jonas am 3.9. zu einer 260 km langen Etappe auf, die ihn erst noch entlang der Mittelmeerküste führte. Bei Maçanet de Cabrenys überquerte er die spanische Grenze an den westlichen Randausläufern der Pyrenäen, zog dann in südöstliche Richtung weiter bis nach Freixinet. Den folgenden 4.9. flog Jonas 330 km nach Südwesten bis nach Tierzo in der Provinz Guadalajara. Von hier zog es Jonas weiter am 5.9., östlich  an Madrid vorbei, bis er mittags nach 190 km bei der Stadt Alcázar de San Juanl gelandet war. Die Stadt gehört zur spanischen Provinz Ciudad Real. Hier übte wohl die Mülldeponie eine besondere Anziehungskraft auf ihn aus, denn er verbrachte dort den Rest des Tages. Zum Schlafen zog es ihn zum 5 km westlich gelegenen See "Laguna de Las Yeguas". Sozusagen zum Frühstück flog er am 6. September wieder auf die Deponie, von der aus er  am späten Vormittag seinen Zug fortsetzte. Schon nach 55 km beendete Jonas diesen Tag im Nationalpark Tablas de Daimiel, einem der letzten verbliebenen Flussauen Zentralspaniens.

Auch hier blieb er nicht, sondern segelte tags darauf weiter in den Süden bis nach Córdoba in Andalusien. Auf den Flächen eines Unternehmens der Abfallbewirtschaftung verbrachte Jonas dann die Tage bis zum 10. September. Erst am 11. September flog Jonas dann wieder weiter nach  Südwesten bis zur Gemeinde Isla Mayor in der Provinz Sevilla.

Hier erreichte er sein Winterquartier im Schwemmland des Flusses Guadalquivir, dem größten Reisanbaugebiet der alten Welt zwischen den Kanälen und Armen des Flusses Guadalquivir. Dort verblieb er bis zum 24. Januar 2018.

Frühjahrszug
Abfallwirtschaft südl.von Cordoba
Abfallwirtschaft südl.von Cordoba

Am 25. Januar 2018 schlug er erstmals wieder eine nördliche Richtung ein und begann seine Rückflug nach Deutschland.

Nach 110 km landete Jonas nördlich von Guadalcanal und suchte sich einen Rastplatz. Knappe 100 km ging es dann am folgenden Tag nach Nordosten bis in die Gegend von Dos Torres in die Provinz Córdoba in Andalusien.

Am folgenden 27. Januar flog Jonas jedoch nicht weiter in Richtung Heimat, sondern wieder 75 km nach Süden. Hier suchte er exakt wieder die Flächen der Abfallbewirtschaftung, auf die der Storch bereits am 10. September 2017 besuchte. Den nächsten Tag blieb er hier und brach erst am 1. Februar wieder auf und rastete nach 180 km. Dass Jonas seine Nahrungsgebiete während des Zuges kennt zeigt sich an diesem Abend wieder einmal deutlich: er landete wieder im Nationalpark Tablas de Daimiel, wo er bereits am 7.9. war. Nachdem er sich hier wieder gestärkt hatte, zog er am 2.2. wieder los.  Wieder nutzte Jonas sein gutes Gedächtnis, denn abermals machte er Rast bei  Alcázar de San Juan, wie schon am 6.9.2017.

Am 3. Februar ist Jonas wieder über 230 km Richtung Heimat geflogen. Halt machte er abends bei Villanueva del Rebollar de la Sierra, einer Gemeinde in der Provinz Teruel, Aragonien.

50 km weiter südlich  unterbrach er seinen Rückflug für 3 Tage und brach erst am  7. Februar wieder auf.

10-Geschosser in LLeida als Nachtquartier
Mitten im Zentrum von LLeida

Nach 160 km gelangte er nach Lleida, einer Stadt im Westen von Katalonien mit ca. 137.000 Einwohnern. Seine Übernachtungskoordinaten erbrachten etwas Kurioses. Jonas übernachtete inmitten der Stadt auf einem 10-geschossigen Haus. Am 8.2. zog er noch nicht weiter, sondern knapp 15 km zurück. Am Abend war Jonas am Ufer des Segre, einem Nebenfluss des Ebro. Hier machte er einen Tag Pause und setzte seinen Zug erst am 10. Februar fort. 210 km flog er nach Nordosten Richtung Mittelmeerküste und erreichte abends die Gemeinde Verges im Nordosten von Spanien. Am nächsten Tag flog er entlang der Küste des Golf von Roses und machte schon nach 25 km vor dem Überflug der Pyrenäen bei La Garrigain der Provinz Barcelona noch einmal Rast. Hier, im Herzen eines Naturparks, stärkte er sich auch 3 Tage für seinen weiteren Zug. Es ist ein sehr gut gewähltes Gebiet, dieser Parc Natural dels Aiguamolls de l’Empordà. Er liegt im Mündungsgebiet der Flüsse Muga und Fluvià in der Bucht von Roses. Auf den weitläufigen Zonen des Naturparks wurden unter anderem auch der Weißstorch erfolgreich dauerhaft beheimatet. Zum Glück für uns entscheidet sich Jonas aber jedes Jahr dafür, dort nicht sesshaft zu werden sondern nach Loburg zurückzukehren. 

Erst am 13 Februar brach Jonas wieder auf. Die Pyrenäen überquerte er nicht, sondern wählte schlau den einfachsten Weg. Bei La Riera verließ er Spanien und erreichte bei Port-Vendres Frankreich. Entlang der Mittelmeerküste umflog er die Pyrenäen in ca. 500 m Höhe. Die Außentemperatur zu diesem Zeitpunkt, gemessen an seinem Sender, betrug nur 10°C. Nach einer Tagesetappe von 215 km suchte er sich bei nahe vom Mittelmeer bei Saint-Laurent-d’Aigouze am Fluss Vidourle seinen Ruheplatz.

Am nächsten Tag schwang sich Jonas um 10 Uhr wieder in die Luft und flog an diesem Tag vorbei an Nimes nach Pierrelatte im Départements Drôme. Nach knapp 100 km beendete schon diese Tagesroute.

Am 15. Februar nahm  Jonas 150 km unter die Flügel bis Valence entlang der Rhone und dann nordöstlich weiter bis nach Tignieu-Jameyzieu im Département Isère. Hier schlief er auf einer Baumreihe am Rande der Ortschaft und verbrachte den nächsten Tag hier auf den anliegenden Feldern. Am folgenden 17. Februar erhob sich Jonas um 7 Uhr und landete um 8 Uhr lediglich 20 km weiter bei Meximieux. Den ganzen Tag war er hier auf Nahrungssuche bis er abends einen Schlafplatz aufsuchte. Und dieser Schlafplatz war ein Flutlichtmast auf dem dortigen Fußballplatz. Diese Art von Schlafplatz nutzte Jonas schon auf dem Herbstzug in Deutschland.

Der 18. Februar war wieder nur ein kurzer Flugtag, denn Jonas beendete ihn schon nach 35 km und setzte er bei Bourg-en-Bresse im Osten Frankreichs zur Landung an. Die Nacht verbrachte Jonas mitten in der Stadt auf einer Baumgruppe bei einem Schwimmbad. Der nächste Tag führte ihn über 135 km bis nach  Morteau im Jura, unweit der Schweizer Grenze im Tal des Flusses Doubs.

Am 20. Februar segelte  Jonas über 260 km bis nach Basel in der Schweiz. Gegen 14 Uhr überquerte er die Grenze zur Schweiz und landete um 14 Uhr bei Witterswil im Bezirk Dorneck des Kantons Solothurn. Nach 2 Stunden setzte er seine Reise für weitere  7 km  weiter nach Binningen südlich von Basel fort. 

Diese große Strecke bewältigte Jonas trotz widriger Wetterverhältnisse. Die Tageshöchsttemperatur an diesem Tage betrug in Basel nur 1°C. Diese Temperatur wurde auch am Sender von Jonas gemessen.

Daher blieb Jonas an den folgenden 2 Tagen hier und übernachtete am Rande einer riesigen Sportanlage. Am 3. Tag, dem 23. Februar erreichte Jonas am Tage Deutschland mit einem Flug über den Rhein  zur Nahrungsaufnahme. Nachmittags pendelte er wieder auf die schweizerische Seite des Rheins und übernachtete dann im Zoo von Basel. Hier blieb er insgesamt nochmals 2 Tage. Am 25. Februar verließ Jonas den Zoo Basel und flog einige Kilometer weiter bis nach Bartenheim und war somit wieder in Frankreich. Bis zum 27. Februar blieb Jonas im Dreiländereck Frankreich, Deutschland und Schweiz.

Dann jedoch gab es eine Überraschung! Der Wintereinbruch machte Jonas wohl etwas zu schaffen.
Denn am 28. Februar kehrte Jonas kehrte wieder 235 km zurück nach Frankreich. Bei Bourg-en-Bresse übernachtete er, wie schon am 18. Februar. Auch hier verblieb Jonas drei Tage.

Dadurch hatte Jonas 13 Tage witterungsbedingt auf seinem Rückflug verloren. 

Erst am 4. März setzte der Storch seinen Weg fort,  wieder nach Norden mit einer Tagesstrecke von 285 km. Über Nacht ruhte er sich  bei Sélestat im Elsass rund 40 km südwestlich von Straßburg und etwa 40 km nordwestlich von Freiburg im Breisgau aus. 85 km ging es am 5.3. linksseitig vom Rhein über Straßburg nach Norden. Bei Munchhausen beendet er diese Etappe und schlief in einem kleinem Waldgebiet kurz vor Deutschland.

Am 6. März gegen 10:30 Uhr überflog Jonas bei Neulauterburg die Grenze und gelangte in die Pfalz. Weiter führte ihn sein Flug über Wörth am Rhein, Germersheim und Speyer. Bei Altrip wechselte Jonas auf die andere Rheinseite und zog rechtsrheinisch weiter nach Nordosten. Schaffenburg ließ er unter sich liegen und gelangte gegen 17 Uhr nach Obersinn im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart, wo er auch nächtigte.

Nun hatte es Jonas eilig, denn am 7.3. flog er wieder 260 km gen Heimat. Den Harz ließ er auf seinem Flug im wahrsten Sinn des Wortes links liegen und suchte sich abends südlich von Wolfsburg einen Ruheplatz. Diesen fand er nördlich von Oschersleben bei Neindorf.

Bis nach Hause auf seinen Horst in Loburg fehlten Jonas nur noch 60 km. 

Diese letzte Etappe startet Jonas am 8. März 2018 nach seinem Frühstück um 8:45 Uhr. Schon 1 Stunde später überflog Jonas bei Magdeburg die Elbe. 5 Minuten später Gerwisch und war um 10:20 Uhr bei Möckern. Nun trennten Jonas noch 8 km von seinem Horst.

Um 10:35 Uhr war es soweit, Jonas erreichte wieder gesund seinem Horst im Münchentor.

Herbst- und Frühjahrszug 2017/2018 auf Google-Maps

Hinweis

Mit einem Klick auf das Kästchen oben rechts auf der Karte öffnet sich eine größere Karte mit weiteren Informationen.

  • Herbstzug = rot, Frühjahrszug = grün
  • Auf der linken Seite gibt es dort ein Steuerfeld mit verschiedenen Kartenebenen, die sich ein- oder ausblenden lassen. Wenn Sie in diesem Steuerfeld auf den Pfeil nach unten klicken sehen Sie alle Daten dieser Ebene.

  • Klicken Sie ganz unten auf eines der Bilder, um einen Stil auszuwählen.

(Alle angegebenen Zeiten sind Weltzeit UTC; (MEZ=UTC+1h), (MESZ=UTC+2h) )

Nachsatz

Die Fotos, die hier Jonas' Zug illustrieren, basieren auf der Animal-Tracker-App als Quelle. Jonas ist in dieser App nicht zu beobachten. Aber anhand der Screenshots ist erkennbar, dass Jonas auch weitere besenderte Weißstörche an seiner Seite hat. Erkennbar sind diese an dem kleinen Pin mit dem stilisierten Storch. 

Als Grundlage seiner Reisebeschreibung nutzten wir die Daten, die wir alle 5 Minuten am Abflugtag erhielten und danach nur noch seinen Standort um 18Uhr UTC

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