Satellitentelemetrie

Jungstörche sammeln sich Thermiksegeln Aufsteigen mit der Thermik Zugrouten Trauriges Ende

Mit der Satelliten-Telemetrie, die der gesamten Vogelforschung geradezu eine neue Dimension eröffnet hat, begann auch eines der faszinierendsten Kapitel der Vogelzugforschung. Mit der Satelliten-Telemetrie wurde ein uralter Traum der Menschheit wahr: zumindest indirekt über die Technik von Minisendern auf dem Rücken von Zugvögeln mitzuwandern.

Zwar hatte die wissenschaftliche Vogelberingung mit über 35.000 Ringfunden beim Weißstorch die Hauptzugwege, -zeiten usw. bereits weitgehend aufgeklärt, aber die Ausstattung einzelner Individuen mit Minisendern und die permanente Ortung durch Satelliten ermöglichte bislang unvorstellbare Einblicke in viele Details des Zuggeschehens. Zudem konnten einzelne, ständig geortete Individuen mit Fahrzeug und Flugzeug verfolgt werden, wie dies vom Storchenhof Loburg aus erfolgte, so dass auch die Rastplatzökologie in allen nur erdenklichen Details jeweils vor Ort erforscht werden konnte. Dadurch ergaben sich nicht nur für die wissenschaftliche Forschung viele neue Möglichkeiten, vielmehr ließen sich auch neue Konzepte für den Vogelschutz auf den Zugwegen und in den Zwischen- und Ruhezielen entwickeln.

Die Satelliten-Telemetrie bringt jedoch nicht nur für Forschung und Naturschutz ständig Neues, sondern sie erlaubt es zudem einer breiten Öffentlichkeit, sich direkt am Storchenzug zu beteiligen und die Vögel ständig zu „begleiten“, während des Zuges mit ihnen zu bangen und auf eine glückliche Heimkehr zu hoffen.

Da die telemetrierten Weißstörche auf ihren riesigen Zugrouten von Mitteleuropa bis in die Südspitze Afrikas viele Länder überfliegen, spielt die Verfolgung einzelner Vögel im Internet, im Fernsehen usw. auch eine wichtige Rolle in der Völkerverbindung. Störche als allbekannte Glücksbringer werden nun als gefiederte Botschafter über Ländergrenzen hinweg auch als Sympathieträger für ein friedliches Miteinander.

(Quelle: Michael Kaatz: Mit Prinzesschen unterwegs. Aus dem Vorwort von Peter Berthold)

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